3000 km von Erbach nach Lappland

Endlich komme ich dazu, ein paar Impressionen von der Strecke zu posten.
Nach den ersten Kilometern mit dem Gespann waren wir nicht mehr so sicher, ob wir auf diese Weise wirklich 3000 km zurücklegen wollten. Bereits bei etwa 70 km/h fing unser TinyHouse zum Teil gehörig an zu schlingern und zu tänzeln. Da half dann nur noch ein Abbremsen auf etwa 60 km/h.
Besonders in längeren Baustellenbereichen – und davon gibt es Richtung Norden zahlreiche – gab es schon mal feuchte Hände, die das Lenkrad krampfhaft umklammerten. Die 2,55 m Breite des TinyHouses waren in diesen Situationen eine große Herausforderung. Wir waren die Allerletzten in der Hackordnung auf deutschen Autobahnen. Zahlreiche wütende LKW-Fahrer, die nicht überholen durften …
Aber auch viele sehr freundliche und neugierige Menschen, die winkten und Fotos von unserem fahrenden Haus machten oder uns auf Rastplätzen und an Tankstellen ansprachen.

In Hamburg haben wir einige Dinge im TinyHouse umgepackt, den Schwerpunkt durch Umladen so tief wie möglich gebracht und schwere Gegenstände (Batterie, Matratzen etc.) auf die Achsen gelegt. Diese kleinen Maßnahmen haben Wunder bewirkt. Der Trailer wurde recht stabil und ließ sich auch bis 80 km/h ganz gut fahren. Mittlerweile hatten wir auch schon 750 km geübt und uns an die Geräusche und Bewegungen des Fahrzeugs durch den Anhänger gewöhnt. Alles lief deutlich entspannter.

Unser Auto war allerdings sehr durstig. Bei stärkerem Wind stieg der Verbrauch schon mal auf 22 Liter / 100 km. Im Mittel lagen wir bei etwa 19.

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In Hamburg haben wir uns auch entschieden, die Fahrt durch Dänemark abzukürzen und stattdessen in Kiel die Fähre nach Göteborg zu nehmen. Die Fähre kostete nicht viel mehr als der Sprit, den wir durch Dänemark benötigt hätten – und wir hatten eine Schlafkabine und ein gutes Abendessen an Bord.

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Suchbild: Ja wo isses denn?
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… fällt einfach immer auf …
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Das TinyHouse hat seinen Platz an Bord …
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… und auch Geo hat ein Plätzchen gefunden.
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Abfahrt in Kiel am 10. Oktober gegen 18:30 Uhr.
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Ankunft in Göteborg am nächsten Morgen gegen 9:00 Uhr.

Die restlichen etwa 1500 km waren gut zu fahren. Mit Ausnahme der Städte sehr wenig Verkehr auf den Europastraßen nach Norden.

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Und schon richtige Schweden-Stimmung bei einem Zwischenstopp – das Öl des Automatikgetriebes wurde zu heiß und hat uns eine kleine Pause beschert.

Am Donnerstag Abend (13. Oktober) sind wir dann gegen 19:00 Uhr in Moskojärvi (zwischen Gällivare und Kiruna) angekommen. Das Polarlicht, das uns dort empfangen hat, haben wir in einem früheren Post schon gezeigt. Wir haben unser TinyHouse zunächst auf einem Waldparkplatz abgestellt, etwa 5 km westlich der E 10, weil Lotti uns geraten hat, die letzten 3 km nicht mit dem Anhänger zu fahren – und schon gar nicht bei Nacht. Doch davon berichten wir später.

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