(Bilder)Geschichte zum Bau unseres TinyHouses

In der oben gezeigten wundervollen und grandiosen Werkstatt von Ulli in der Nähe von Ulm ist unser TinyHouse in der Zeit vom 9. Juli bis 5. Oktober 2016 in nur knapp drei Monaten entstanden. Doch der Reihe nach:

Im Juni hatten wir noch immer keine Zusage vom Eishotel in Jukkasjärvi. Wir wussten nicht, ob wir im Oktober dort arbeiten und leben können. Also brauchten wir einen Plan B. Auf Wegen, die allein eine Geschichte wert wären, haben wir Lotti und ihr Husky-Camp gefunden. Sie hat für die Saison 2016/17 noch „Dog-Handler“ gesucht und sich über unsere Kontaktaufnahme gefreut. Wir könnten gerne im Oktober kommen. Die Arbeit mit Huskies konnten wir uns gut vorstellen, also haben wir zugesagt. Damit wurde unser Plan B zunächst zu Plan A. Allerdings hätte sie – Lotti – keinen Schlafplatz für uns. Den Wohnwagen, den sie dafür auf ihrem Anwesen stehen hatte, musste sie im letzten Sommer entsorgen, da er zusammengefallen war.

Keine Problem. Dann bringen wir unseren eigenen Wohnwagen mit. Im Hinterkopf hatte ich schon seit einigen Jahren diese TinyHouses, die ich im Internet verfolgt hatte. So eins mal zu bauen war schon lange ein im Stillen gehegter Wunsch von mir. Christine war etwas verblüfft, als ich ihre meine Idee vom eigenen „Wohnwagen“ präsentierte. Es gab durch meine Beschäftigung mit dem Thema in den vergangenen Jahren bereits Pläne, Ideen und Bezugsquellen für die benötigten Materialien. Allerdings war die verbleibende Zeit extrem knapp. Sehr geholfen hat mir Hanspeter Brunner (siehe auch www.black-forest-tiny-house.com). Ihn habe ich besucht und er gab mir zahlreiche wertvolle Tipps. Insbesondere zur Beschaffung der benötigten Materialien. Allerdings war er skeptisch, was die verbleibende Zeit anging …

  • Plattform-Trailer aus Holland
  • Fenster aus Dänemark (klassische Ausstellfenster von DeSka, die auch offen bleiben, wenn das TinyHouse nicht ganz eben steht)
  • Holz-Innenbeplankung aus Frankreich (Hobelware Sapin du Nord in 10 mm Stärke)
  • kleiner Holzofen von Windy Smithy im Devonshire County, Südengland

Mit der Technik für den Ausbau stand mir Thomas Winner und sein Team von der Campingwelt Fesseler in Ulm (ab 2017 Campingwelt Senden) stets mit wertvollem Rat zur Seite. Er hat mir alle erforderlichen „Besonderheiten“ schnell und unkompliziert besorgt.

Begonnen hat dann alles mit einem SketchUp 3D Modell des „Moschata Rolling Bungalow“. Den habe ich auf unsere Verhältnisse angepasst und dann in unsere Arbeitsvorbereitung bei MERK Timber in Aichach gegeben.

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Rückansicht des Moschata Rolling Bungalow
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Seitenansicht des Moschata Rolling Bungalow

So musste ich nicht ganz bei Null anfangen. Dennoch war die Wahl des endgültigen Grundrisses ein längerer Prozess. Auch die Anpassungen auf unsere gewünschten Trailer-Abmessungen von 5,40m x 2,55 m bedurfte einiger Iterationsschritte. Genauso wie die Abstimmungen zu Zwischenebene, Ausbau (Innenarchitektur) und gesamter Bauhöhe. Es musste alles in den für den Straßentransport maximal zulässigen 4,00 m Höhe untergebracht werden.

Aus der Arbeitsvorbereitung bei MERK Timber kam dann das Modell für die Produktion (den Abbund, wie wir sagen) für den gesamten Rohbau. Zu diesem Zeitpunkt mussten alle Abmessungen festgelegt sein.

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Isometrie, Innenansicht des Datenmodells für die CNC-Fertigung
Seitenansicht des Modells der Fertigungsdaten für den CNC-Abbund
Seitenansicht des Modells der Fertigungsdaten für den CNC-Abbund

Parallel zur Erstellung der Produktionsdaten für den CNC-Abbund habe ich mich mit der Fertigung und Beschaffung des Plattform-Trailers befasst. Den konnte ich am 5. Juli in Holland abholen. Ein schönes Teil!

Neuer Trailer aus Holland
Neuer Trailer – Sonderanfertigung aus Holland
Knott Achsen und Fahrwerk mit 100 km/h Zulassung, max. zul. Gesamtgewicht 3.500 kg, Breite über alles 2,55 m
Achsen und Fahrwerk von Knott mit 100 km/h Zulassung (die sollten wir später niemals ausnutzen können – wussten wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht), max. zul. Gesamtgewicht 3.500 kg, Breite über alles 2,55 m (da geht es in Baustellenbereichen auf der Autobahn echt eng her – wussten wir hier aber auch noch nicht), Gesamtlänge 7,20 m

Am 7. Juli konnte ich den fertig abgebundenen Holzbau aus unserer Fertigung bei MERK Timber in Aichach abholen. Die Kollegen haben mich mehrfach beim Verladen gefragt, ob sie das wirklich alles auf den Trailer laden sollten, und ob mir bewusst wäre, dass der Mercedes das dann eigentlich nicht mehr ziehen darf …

Sehr gespannt war ich, ob und wie alles zusammen passt.

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Kompletter Abbund unseres Hauses samt weiterem Rohbaumaterial: OK, das sieht jetzt noch nicht wie ein TinyHouse aus. Dennoch sind wir zuversichtlich!

Am 9. Juli begannen die Bauarbeiten mit der Bodenplatte. Alle Teile waren nummeriert und jedes Bauteil (Bodenplatte, Wände, Dach) auf je einem Plan aus der Arbeitsvorbereitung dargestellt. So konnten die Kinder (unsere Mirjam sowie die Mirjam und Philipp unserer Nachbarn) anhand der Pläne jedes Bauteil mit allen Einzelteilen aus dem großen Haufen der einzelnen Elemente zusammensuchen und auf dem Boden zusammenlegen. Das ging sehr fix und es mussten nur noch alle Teile mit Schrauben zusammengefügt werden.

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Rahmen / Innenleben der Bodenplatte.
Das TinyHouse entstand direkt auf dem Trailer. Die Bodenplatte musste zwei Mal gewendet werden, um sie von beiden Selten entsprechend beplanken und mit Dämmmaterial befüllen zu können.
Das TinyHouse entstand direkt auf dem Trailer. Die Bodenplatte musste zwei Mal gewendet werden, um sie von beiden Selten entsprechend beplanken und mit Dämmmaterial befüllen zu können.
Am zweiten Wochenende (16. Juli) konnten bereits die ersten Wände zusammengebaut werden.
Am zweiten Wochenende (16. Juli) konnten bereits die ersten Wände zusammengebaut werden.
Dank der CNC-abgebundenen Bauteile hat alles perfekt in die vorgesehenen Ausfalzungen gepasst und konnte wie Lego zusammengesteckt und verschraubt werden. Das hat immens viel Zeit gespart.
Dank der CNC-abgebundenen Bauteile hat alles perfekt in die vorgesehenen Ausklinkungen gepasst und konnte wie Lego zusammengesteckt und verschraubt werden. Das hat immens viel Zeit gespart.
Was etwas gespannt hat, konnte mit Zwingen und den Schrauben zusammengezogen werden.
Was etwas gespannt hat, konnte mit Zwingen und den Schrauben zusammengezogen werden.
Jochen und Julian haben geholfen. So konnten bereits am zweiten Wochenende die ersten Wände aufgerichtet werden.
Jochen und Julian haben geholfen. So konnten bereits am zweiten Wochenende die ersten Wände aufgerichtet werden. Dazu diente ein Kettenflaschenzug, den wir eigens für den Bau am Dachgebälk angebracht hatten..
Am 3. Wochenende (23. Juli) standen bereits die Wände des gesamten Erdgeschosses.
Am dritten Wochenende (23. Juli) standen bereits die Wände des gesamten Erdgeschosses.
Am 4. Wochenende (30. Juli) hat Mirjam die Fenster ausgesägt.
Am vierten Wochenende (30. Juli) hat Mirjam die Fenster ausgesägt.
Stefan und Philipp haben sich um den Anschluss der Wände und des gesamten TinyHouses an den Trailer gekümmert.
Stefan und Philipp haben sich um den Anschluss der Wände und des gesamten TinyHouses an den Trailer gekümmert. Dieses Detail war nicht ganz zu Ende gedacht und hat uns etwas Mühe gekostet. Beim nächsten Mal würden wir hier besser zu Ende denken und planen.
Am dritten Wochenende (23. Juli) stand bereits das "Erdgeschoss" mit seinen vier Wänden.
Am vierten Wochenende (30. Juli) lässt das „Erdgeschoss“ bereits ein Häuschen erkennen. Bisher hat im Holzbau alles perfekt und ohne jegliche Nacharbeiten zusammengepasst.
Ulli und Mirjam kümmern sich um die Giebel.
Ulli und Mirjam kümmern sich um die Giebel.
Alles passt nahezu perfekt zusammen und wir kommen zügig voran.
Alles passt nahezu perfekt zusammen und wir kommen zügig voran.
Am fünften Wochenende (6. August) werden die Giebelwände aufgesetzt und die Firstpfette aufgelegt.
Am fünften Wochenende (6. August) werden die Giebelwände aufgesetzt …
... und die Firstpfette aufgelegt. Sie definiert die Gesamtlänge des Daches mit genau 6,0 m.
… und die Firstpfette aufgelegt. Sie definiert die Gesamtlänge des Daches mit genau 6,0 m. Wie immer passt alles perfekt zusammen.
Parallel beginnen Ulli, Mirjam und Philipp mit dem Streichen der Fassadenverkleidung. Opa Anton bringt seine Erfahrungen als Schneidermeister ebenfalls ein.
Parallel beginnen Ulli, Mirjam und Philipp mit dem Streichen der Fassadenverkleidung. Opa Anton bringt seine Erfahrungen als Schreinermeister ebenfalls mit ein.
Am sechsten Wochenende (13. August) wird der Dachstuhl aufgerichtet.
Am sechsten Wochenende (13. August) wird der Dachstuhl aufgerichtet.
Glücklicherweise ist Stefan auch schwindelfrei, sodass wir gemeinsam Sparren für Sparren einhängen können.
Glücklicherweise ist Stefan auch schwindelfrei, sodass wir gemeinsam Sparren für Sparren einhängen können.
Auch hier war die Arbeitsvorbereitung von Gerhard Hampp von MERK Timbre in Auchach exzellent. Alles war durchdacht und hat perfekt ineinander gepasst.
Auch hier war die Arbeitsvorbereitung von Gerhard Hampp von MERK Timber in Aichach exzellent. Alles war durchdacht und hat perfekt ineinander gepasst.
Und so kann Philipp schon bald die Aussicht von "Dachboden" genießen.
Und so kann Philipp schon bald die Aussicht vom „Dachboden“ genießen.

Am siebten Wochenende (20. August) wurden die Fenster eingebaut und die Wärmedämmung in den Wänden vervollständigt.

Am achten Wochenende (27. August) sind die Dämmarbeiten abgeschlossen, die Unterspannbahn ist aufgebracht und die Arbeiten an der Fassadenverkleidung können beginnen.
Am achten Wochenende (27. August) sind die Dämmarbeiten abgeschlossen, die Unterspannbahn ist aufgebracht und die Arbeiten an der Fassadenverkleidung können beginnen.
Auch der Innenraum sieht bereits wohnlich aus. Obwohl dort noch die gesamte Installationsebene fehlt. Gas und Strom.
Auch der Innenraum sieht bereits wohnlich aus. Obwohl dort noch die gesamte Installationsebene fehlt. Gas und Strom.

Am neunten Wochenende kam der bislang größte Dämpfer für unser Projekt und wir dachten bereits, dass es schlagartig zu Ende wäre. Philipp kam zu mir und sagte: „Du Christian, an Deinem Anhänger ist das Vorderrad kaputt“. Nanu, dachte ich. Nagelneuer Anhänger. So ein Ärger. Nun ist doch tatsächlich das Vollgummirad an der Stütze gerissen. „Naja, dann stell ich schnell ein Kantholz unter um es zu entlasten“, dachte ich. Ich wollte die Deichsel anheben und war erstaunt, wie diese doch irgendwie am Boden festgeklebt schien. Selbst ein Lastgurt über die Schultern gelegt und aus den Knien ein Hebeversuch brachte den Trailer nicht mal einen Millimeter hoch. Dabei hätte ich mir so aus den Knien gestemmt schon etwa 120 kg zu bewegen zugetraut. Irgendwas stimmt hier nicht. Die Stützlast an der Kupplung musste jetzt bereits über 160 kg betragen. Und es fehlte noch der komplette Innenausbau. Dabei war alles genau austariert, sodass am Ende die zulässige Stützlast für den Jeep von 160 kg nicht überschritten werden sollte. Irgendetwas konnte mit dem Schwerpunkt nicht stimmen. Das Nachmessen der Achsen (Vorderachse bis zur Deichsel und Hinterachse bis zur hinteren Trailerbegrenzung) hat es dann an den Tag gebracht. Beim Bau des Trailers beim Hersteller wurde Vorne und Hinten verwechselt. Die Achsen saßen somit 20 cm zu weit hinten. Oder – man hätte auch sagen können, die Deichsel ist auf der falschen Seite …

So eine Katastrophe. Alle Nachrechnungen und alle Hebelgesetzte konnten den Fehler nicht heilen. Der Hersteller hat sich vornehm zurückgezogen und wollte sich nicht weiter mit dem Thema befassen. Ich habe in Erwägung gezogen, einen zweiten, richtig gebauten Trailer zu kaufen, weil die Zeit einfach sehr knapp war. Selbst dazu war der Hersteller dann nicht in der Lage. Also mussten andere Überlegungen her.

  • Das TinyHouse anheben und verkehrt herum wieder aufsetzen, damit die Last der Küche ans hintere Ende kommt?
  • Das TinyHouse hinten ballastieren? Die gesamte Haustechnik umplanen und nach hinten verlegen – als Gegengewicht? Der Ballast führt aber dazu, dass die insgesamt zulässigen 3.500 kg überschritten würden.
  • Überhaupt – wie sollte das TinyHouse denn angehoben werden? Es wog ja nun schon über 2 to!
  • Autokran zum „Bauplatz“ fahren? Geht schlecht, da der „Bauplatz“ unter einem Dach liegt und zudem der Hof nicht mit einem solchen Fahrzeug befahren werden kann.
  • Das TinyHouse in eine Zimmerei ziehen und dort mit dem Portalkran herunterheben? Allerdings hatten wir kein Fahrzeug, das unser TinyHouse mit dem bereits vorhandenen Gesamtgewicht von über 2,5 to incl. Trailer im Straßenverkehr ziehen darf. Außerdem hatten wir alles Baumaterial auf der Baustelle und hätten dann also nicht weiter arbeiten können. Und wir konnten ja auch nicht für drei Wochen einen Zimmereibetrieb blockieren. Und wer hat in seiner Halle schon eine Hakenhöhe von mindestens 4,5 m?

Und die Zeit läuft. Nun wurde ich – bei all meiner sonst mir eigenen Zuversicht und Ruhe – doch auch nervös.

Wir haben uns dann entschieden, das Haus an Ort und Stelle mit einem Wagenheber zuerst hinten, dann vorne anzuheben, seitlich zu unterbauen und mit Schalungsträgern zu unterfangen (meine Kollegen von Züblin Neu-Ulm haben mich mit dem erforderlichen Material unterstützt. Vielen Dank dafür!). So konnten wir den Trailer unter dem aufgebockten TinyHouse hervorziehen. Ein Karosseriebauer aus Ulm hat uns dann die Achsen um 20 cm nach vorne versetzt. Mirjam hat mir bei der ganzen Aktion geholfen.

Zuerst hinten anheben, damit der Trailer nicht nach hinten abkippt und das Stützrad in der Luft hängt.
Zuerst hinten anheben, damit der Trailer nicht nach hinten abkippt und das TinyHouse von der Ladefläche herunter rutscht.
Dann vorne die gleiche Prozedur. Dann ist überall ausreichend Luft zwischen Trailer und TinyHouse.
Danach vorne die gleiche Prozedur. Dann ist überall ausreichend Luft zwischen Trailer und TinyHouse.
Dann den Trailer vorsichtig herausziehen. Das war Millimeterarbeit.
Dann den Trailer vorsichtig herausziehen. Das war Millimeterarbeit. Mirjam war fertig mit der Welt.
Und dann steht es da. So ganz in der Luft. Wenn das nur mal hält. Wir wollen ja weiterbauen, auch im aufgebockten Zustand.
Und dann steht es da. So ganz in der Luft. Wenn das nur mal hält. Wir wollen ja weiterbauen, auch im aufgebockten Zustand.

In den kommenden zwei Wochen war verstärkt der Innenausbau sowie die Fertigstellung der Fassade dran.

Larissa und Mirjam übernehmen den "weißen Teil" des Anstriches.
Larissa und Mirjam übernehmen den „weißen Teil“ des Anstriches.
Einbau der Küche (eine schwedische ... von IKEA, was sonst).
Einbau der Küche (eine schwedische … von IKEA, was sonst).
Elektroinstallation und Verlegen der Gasleitungen für Herd und Heizung.
Elektroinstallation und Verlegen der Gasleitungen für Herd und Heizung. Mirjam hat die Unterkonstruktion für die Innenverkleidung angefertigt.
Da kam schon einiges zusammen an Kabeln. An die Elektroinstallation hatten wir vielleicht auch zu hohe Ansprüche gestellt. Im Betrieb hat sich aber alles als ausgeklügelt, durchdacht und bequem herausgestellt.
Da kam schon einiges zusammen an Kabeln. An die Elektroinstallation hatten wir vielleicht auch zu hohe Ansprüche gestellt. Im späteren Betrieb hat sich aber alles als ausgeklügelt, durchdacht und sehr bequem herausgestellt. Wir haben keinen Meter Kabel bereut (war ja auch eine Spende von Stefans Hausbau).

Vielleicht noch ein paar Worte zur Haustechnik:

Wie haben uns darauf eingerichtet, bei minus 30 Grad völlig autark stehen und leben zu können. Das heißt:

  • redundante Heizung: Gas von Truma plus Holzofen von Windy Smithy aus Schottland – die sollten wir beide auch brauchen, da ab etwa minus 21 Grad das Gas nicht mehr aus der Gasflasche kommt. Das Gas verdampft nicht mehr. Damit geht dann auch die Heizung nicht mehr. Das hat sich wirklich auch so bestätigt. Aber dafür hatten wir ja den Holzofen an Bord.
  • Autarke Stromversorgung über eine Brennstoffzelle von efoy, betrieben über einen 10-Liter Kanister mit reinem Alkohol aus dem die Zelle zunächst Wasserstoff und CO2 produziert. Aus dem Wasserstoff wird dann Wasserdampf und Strom, der unsere 110 Ah AGM-Autobatterie „betankt“. Das hat hervorragend funktioniert und hat uns niemals im Stich gelassen. Wir hatten IMMER Strom. Das war auch im Camp ein Luxus, da ab etwa 19:30 Uhr der Dieselgenerator abgestellt wurde und das ganze Camp dann ohne Strom war – außer eben unser TinyHouse. Wir haben den Dieselgenerator nicht gebraucht.
  • Extrem sparsame Verbraucher. Alle Lampen zusammen haben einen Verbrauch von 11 Watt. Es ist beeindruckend, was die LED-Technik heute ermöglicht! Das Gebläse für die Gasheizung hat auch einen hocheffizienten Motor, der maximal 3 Watt zieht. Den meisten Strom haben wir zum Laden von Tablet, Handys und Bluetooth-Boom-Box gebraucht (man will ja schließlich auch Musik haben). Über USB-Steckdosen im 12V Bordnetz, die wir zahlreich eingebaut hatten, sehr komfortabel. Wir haben sogar unseren eigenen 4G-Gateway eingerichtet und hatten das schnellste Internet im ganzen Camp. Zwei Mal hatten wir sogar eine Videokonferenz darüber gemacht.
  • Wasser hatten wir an zwei Waschbecken (Küche und Bad). Ein Kanister mit Frischwasser und einer kleinen Pumpe unter dem Waschbecken, daneben einen zweiten Kanister für das Abwasser, den man in die Landschaft entleeren konnte.
  • Toilette ist ein heikles Thema. Kompost, Verbrennung, Chemie oder eine einfache Plastiktüte? Wir haben lange Zeit alles im Wald erledigt, hatten jedoch auch ein PortaPotti an Bord. Das „kleine Geschäft“ ging ins PortaPotti, wenn man irgendwann bei Nacht und minus 25 Grad nicht mehr in den Wald wollte (ich war da lange eisern. So sind dann auch einige der Polarlicht-Fotos zustande gekommen. Wenn man nächtens raus muss, sieht man so etwas eben. Auf dem PortaPotti nicht). Das „große Geschäft“ konnten wir dann auf der Toilette im Camp erledigen. Wir kommen zu dem Schluss, dass wir beim nächsten Mal das „Kompost-Prinzip“ anwenden würden. Damit kann man wirklich autark sein.

In Summe kan man sagen, dass alles genauso funktioniert hat, wie wir uns das im Vorfeld ausgedacht hatten. Einschließlich aller Überlegungen zur Bauphysik bei den zu erwartenden extremen Temperaturen. Die Heizung hatte immer gut ausgereicht. Die Wärmebedarfsermittlung im Vorfeld hat sich recht genau bestätigt. Tauwasserprobleme oder feuchte Stellen gab es sehr wenig. Und alles im unkritischen Bereich und durch kurzes Lüften einfach in den Griff zu bekommen. Hier hatte uns Daniela Greiner von der Zentralen Technik bei Züblin unterstützt und meine eigenen Berechnungen verifiziert und bestätigt. Vielen Dank an dieser Stelle! Durch die sehr gute Wärmedämmung (100 mm in den Wänden und 120 mm in Dach und Bodenplatte, jeweils WLG 035) hatten wir meist über Nacht die Heizung sogar ganz aus.

Man kann schon eine Art Küche erahnen.
Man kann schon eine Art Küche erahnen.
Mirjam hat sich um die Innenverkleidung und die Elektrik in ihrem Zimmer gekümmert.
Mirjam hat sich um die Innenverkleidung und die Elektrik in „ihrem Zimmer“ gekümmert.
Eine Haustür kam hinzu.
Eine Haustür kam hinzu.
Und viele Details an der Fassade.
Und viele Details an der Fassade.
Es zeigte sich, dass man die Fassade hätte besser vorausdenken können. Hier war dann sich an einigen Stellen Improvisationstalent gefragt.
Es zeigte sich, dass man die Fassade hätte besser vorausdenken können. Hier war dann doch an einigen Stellen Improvisationstalent gefragt. Auf diesem Bild ist auch bereits ein Teil der Dachhaut aufgelegt (0,75mm Alu Trapezblech unterseitig mit Filz beschichtet).
Mirjam hilft bei der Befestigung der Dacheindeckung.
Mirjam hilft bei der Befestigung der Dacheindeckung.
Fast fertig. Dann noch die Trauf- und Ortgangbleche sowie das Firstblech. Ging doch alles irgendwie auch ohne Gerüst - zum Glück auch ohne Unfall.

    Fast fertig. Dann noch die Trauf- und Ortgangbleche sowie das Firstblech. Ging doch alles irgendwie auch ohne Gerüst – zum Glück auch ohne Unfall.

 

Im Giebelbereich haben wir die Richtung der Verkleidung nochmal geändert. Das hat uns einfach besser gefallen.
Im Giebelbereich haben wir die Richtung der Verkleidung nochmal geändert. Das hat uns einfach besser gefallen.

Am 23. September kam dann der Trailer vom Karosseriebauer zurück – endlich. Er hatte sich auch über eine Woche mehr Zeit gelassen, als er zunächst zugesagt hatte. Das rieb schon auch an den den Nerven. Nun war er da. Und als eingespieltes Team haben Mirjam und ich den Trailer in gleicher Millimeterarbeit wie beim Ausbau vor drei Wochen wieder unter das TinyHouse bugsiert.

Ob das wohl gut geht ... ?
Ob das wohl gut geht … ?
gaaaaanz langsam und saaaachte ablassen ...
gaaaaanz langsam und saaaachte ablassen …
... nochmal korrigieren ...
… nochmal korrigieren …
Geschafft - passt (grymt, würde man in Schweden sagen)
Geschafft – passt („grymt“ bedeutet ungefähr „voll fett“, würde man in Schweden sagen). Aber es sind auch nur noch 12 Tage bis zur Abfahrt. Die Nerven sind schon sehr angespannt. Wenn Ihr mal bei Hanspeter Brunner schaut auf www.black-forest-tiny-house.com, dann könnt Ihr sehen, dass dieses zwischenzeitliche Abnehmen des TinyHouses im halbfertigen Zustand wohl zu jedem Projekt gehört … Wir sahen es auch als gute Übung. Alle zwei Jahre, wenn der Trailer zum TÜV muss, müssen wir „die Ladung“ ohnehin abnehmen.
Felix hilft beim Innenausbau.
Felix hilft beim Innenausbau.
Stefan bereitet die Leibungen vor, die Illi dann fachmännisch und perfekt auskleidet - da sieht man halt die Schneidermeisterin!
Stefan bereitet die Leibungen vor, die Ulli dann fachmännisch und perfekt auskleidet – da sieht man halt die Schreinermeisterin!
Philipp übernimmt die ganz feinen Schönheitsmaßnahmen an der Fassade.
Philipp übernimmt die ganz feinen Pinselarbeiten an der Fassade.
Am 2. Oktober kann dann die erste Probefahrt stattfinden. Immerhin noch vier (!) Tage vor der geplanten Abfahrt nach Lappland!
Am 2. Oktober kann dann die erste Probefahrt stattfinden. Immerhin noch vier (!) Tage vor der geplanten Abfahrt nach Lappland! Wenn man genau hinsieht, kann man entdecken, das am First die Verblechung noch fehlt. Die hat uns Helmut Rehm in der Nacht vor unserer Abfahrt noch aus Aichach vorbei gebracht. Die wurden dann im Mondschein noch montiert.
Alles klappt ganz gut. Das Gefährt ist etwas ungewohnt. Und das Auto haben wir auch - auf den Punkt - erst am Tag zuvor bekommen. Alles fühlt sich neu und ungewohnt an.
Alles klappt ganz gut. Das Gefährt ist etwas ungewohnt. Und das Auto haben wir auch – auf den Punkt – erst wenige Tage zuvor bekommen. Alles fühlt sich neu und ungewohnt an.
Wir trauen unjs aber, am 3. Oktober ein Abschiedsfest mit Freunden und Helfern zu machen und glauben - wir schaffen das jetzt wirklich!
Wir trauen uns aber dennoch, am 3. Oktober ein Abschiedsfest mit Freunden und Helfern zu machen und glauben – wir schaffen das jetzt wirklich! Die Feststellung des Gesamtgewichtes steht noch aus und könnte uns noch einen Strich durch die Rechnung machen. Doch dazu gibt es im Blog weiter hinten einen kleinen Bericht.
Vielen Dank, allen Helfern! Vor allem Ulli und Stefan, ihren Kindern Philipp und Mirjam, sowie Opa Anton. Dank auch an Jochen und Julian, an Mikiko und Friedemann, an Larissa und Felix, und natürlich an unsere Mirjam!
Vielen Dank, allen Helfern!
Vor allem Ulli und Stefan, ihren Kindern Philipp und Mirjam, sowie Opa Anton. Dank auch an Jochen und Julian, an Mikiko und Friedemann, an Larissa und Felix, und natürlich an unsere Mirjam! Auch Hanspeter Brunner, Daniela Greiner und Thomas Winner und seinem Team, den Züblin Kollegen aus Neu-Ulm, Gerhard Hampp, Helmut Rehm und dem Team vom Einkauf in Aichach sei noch einmal gedankt!
Daaaanke!
Danke!

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